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Bereits 13 Jahre vor der Gründung des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Ravensburg, bestanden in Ravensburg Kleingarten- und Siedlergemeinschaften.
Verwaltet wurden die Pachtgrundstücke von der Kreisgruppe Ravensburg, welche mit der Stadt Ravensburg zentral die Pachtverträge abgeschlossen hat.
In Grünland, Breitenen, Eywiesen, Spohnschule, Wiesental, Deisenfang, Aigen und Burach stand damals Kleingartenpachtland zur Verfügung.
1948 zählte die Kreisgruppe Ravensburg rund 1800 Mitglieder. Bis 1962 war Frau Strobel hauptamtlich bei der Kreisgruppe tätig. Es wurden regelmäßig Sprechstunden abgehalten. Mit dem Ausscheiden von Frau Strobel am 20.01.1962 wurde die Kreisgruppe Ravensburg aufgelöst und die drei selbständigen Vereine Grünland, Wiesental und Sonnenbüchel gegründet.
Der Grund war, daß die rund 1800 Mitglieder von einem ehrenamtlichen Vorstand nicht mehr zu betreuen waren. Ein Ersatz für Frau Strobel kam aus finanziellen Gründen nicht mehr in Frage.
Zum Zeitpunkt der Bezirksgründung waren die Kleingärten noch ausschließlich von Obst- und Gemüseanbau für die eigene Familie geprägt. Rasenflächen waren nicht zu finden, ebenso keine Gartenlauben in den heutigen Dimensionen. Jeder war froh, ein Stückchen Erde zu bekommen, wo er säen und pflanzen konnte.
Bis zur Gründung des Bezirksverbandes am 21.11.1948 waren die Kreisgruppe Ravensburg und die einzelnen Vereine Mitglied im Landesbund der Siedler und Kleingärtner in der französisch besetzten Zone Württembergs mit Sitz in Tuttlingen.
1946 wurde in Stuttgart der Landesbund der Siedler und Kleingärtner für das ganze Baden-Württemberg gegründet.
Der damalige erste Vorsitzende Wilhelm Beck veranlaßte die Gründung von organisatorisch größeren Einheiten, nämlich von Bezirksverbänden. Diese sollten Vermittler zwischen dem Landesbund und den einzelnen Vereinen sein.
Der Bezirksverband Ravensburg wurde am 21.11.1948 in Friedrichshafen gegründet und gehörte ab den 01.01.1949 dem Landesbund in Stuttgart an.
Am Gründungstag gehörten dem Bezirksverband folgende Vereine an:
Kreisgruppe Ravensburg, Weingarten, Aulendorf, Oberzell, Baienfurt, Friedrichshafen (Stadt), Friedrichshafen - Manzell, Friedrichshafen - Berg, Meckenbeuren, Wangen, Leutkirch und Isny
Der Mitgliederbestand betrug 2 750. Das Arbeitsgebiet des Bezirksverbandes umfaßte die Kreise Ravensburg, Wangen und Tettnang.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Adolf Brugger aus Ravensburg gewählt. Zum Kassier Alfons Schuler aus Weingarten.
Der Mitgliedsbeitrag betrug DM 1,80 jährlich, davon erhielt der Landesbund DM 1,56.
Die erste Satzung des Bezirksverbandes wurde am 09.08.1953 beschlossen und am 04.05.1954 wurde der Bezirksverband in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ravensburg eingetragen. Weingarten war damals mit 612 Mitgliedern größter Einzelverein.
Bereits im März 1949 führte der Bezirksverband erste Fachberatungen und Garten- begehungen durch, außerdem Lehrgänge für Laienfachberater und Baumschnittkurse.
Im Mitgliedsbeitrag war die monatliche Zeitschrift „Der Gartenfreund", heute „Haus und Garten" enthalten.
1952 begann in Ravensburg die Planung von Dauergartenanlagen für Weissenau, Ummenwinkel und Burach.
1955 gehörten dem Bezirk noch Vereine aus Ravensburg, Weingarten, Meckenbeuren, Oberzell, Weissenau, Wangen, Leutkirch und Isny an.
In Friedrichshafen kam das Kleingartenwesen bis 1977 organisatorisch zum Erliegen. Es stand nur noch Grabeland zur Verfügung.
Am 02. Juli 1955 wurde die Gartenanlage Brochenzell eingeweiht.
Am 27.03.1958 fand die erste Versammlung der Frauengruppe im Bezirksverband Ravensburg statt.
1968 wurde der Bezirksverband Allgäu mit Sitz in Wangen gegründet. Der Bezirks- verband Ravensburg hat dadurch 760 Mitglieder verloren und hatte noch rund 1400 Mitglieder.
Ab 1974 hatte der Verein Grünland in Ravensburg für einige Jahre eine Jugendgruppe, welche auch der Deutschen Schreberjugend angehörte.
1977 wurde in Friedrichshafen die erste Kleingartenanlage errichtet. In den nächsten Jahren konnten noch drei weitere Anlagen erstellt werden.
Heute gehören dem Bezirksverband 17 Vereine mit rund 2109 Mitgliedern an. Insgesamt bestehen 767 Kleingärten.
Seit vielen Jahren werden in Oberzell, Baienfurt und Vogt Blumenschmuckwettbewerbe durch den Bezirk durchgeführt.
Die Bezirksfachberatung steht den Mitgliedern mit Rat und Tat zur Verfügung.
Jährlich wird eine Bezirkslehrfahrt veranstaltet. Die Teilnehmer werden von den Vereinen entsprechend ihrer Mitgliederstärke benannt.
Eine Wertermittlungskommission bewertet auf Anforderung bei der Abgabe eines Kleingartens den Zeitwert.
An den vom Landes- und Bundesverband ausgeschriebenen Kleingarten- und Siedlerwettbewerben nehmen Vereine aus dem Bezirk Ravensburg regelmäßig teil und erzielten hervorragende Preise. Bei der IBO und OGA in Friedrichshafen repräsentiert sich der Bezirksverband mit einem eigenen Stand. Die Bewirtung erfolgt täglich wechselnd durch verschiedene Vereine.
Mit diesem Rückblick auf 50 Jahre Bezirksverband Ravensburg ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Verbandsarbeit möglich. Wir werden den Weg fortsetzen und uns weiterhin um die Errichtung von neuen Dauerkleingartenanlagen bemühen.
Zum Schluß ein herzlicher Dank an alle, die sich für unsere gemeinsame Sache eingesetzt haben.
Vorsitzende des Bezirksverbandes
ab 21.11.1948 Adolf Brugger, Ravensburg
ab 08.05.1952 Paul Kirchmaier, Ravensburg
ab 12.07.1953 Josef Angele, Ravensburg
ab 22.02.1969 Ernst Meirich, Meckenbeuren
ab 06.03.1976 Ernst Steinbach, Ravensburg
ab 11.02.1978 Gerhard Gründel, Ravensburg
ab 27.04.1991 Wolf gang Dietz, Ravensburg
ab 07.05.1994 Wolfgang Köhnlein, Friedrichshafen
ab 29.04.2006 Eugen Ginser, Ravensburg
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